Contilas

Das mehrlagige Schneiden von Airbaggewebe mittels Lasertechnik wurde im Jahr 1989 von HELD entwickelt und war bis in das Jahr 2005 Stand der Technik. Held hat in diesem Zeitraum ca. 30 dieser Multilayer-Airbagcutter weltweit installiert. Dabei werden bis zu 30 Lagen Airbaggewebe zumeist mit Trennmaterial (Folie/Papier) gestapelt und mit dem Laser die Konturen ausgeschnitten. Im Jahr 2006 wurde dann von Held Systems mit dem CONTILAS System eine konsequente Weiterentwicklung des Airbagschneidens entwickelt und auf den Markt gebracht.

Das Einlagenschneiden mit dem CONTILAS macht das Trennmaterial (Folie/Papier) zwischen den Gewebelagen und das spätere zeit- und personalintensive Trennen der geschnittenen Pakete überflüssig. Trotz des Einlagenschneidens wird mit dem CONTILAS eine deutlich höhere Produktionsleistung erzielt als mit den Mehrlagenmaschinen der letzten Generation. Je nach Schnittmuster (Nesting) kann die Ausbringleistung um 20% bis 150% gesteigert werden. Dies wird ermöglicht durch den Einsatz von hochdynamischen Scanneroptiken, die quer über das Gewebeband bewegt werden, während dieses kontinuierlich unter dem Prozess durchgeführt wird.



Beim CONTILAS System handelt es sich um eine doppelt überlagerte ,on the fly' Bearbeitung. Es können ein oder mehrere Scanner die beliebig breiten Gewebebahnen abarbeiten. Je nach Schnittmuster wird das Gewebe mit bis zu 25m/min unter dem Prozess durchgeführt, während die Scanner mit bis zu 150m/min quer verfahren werden. Typische Schnittgeschwindigkeiten beim Scanner-Airbag-Schneiden liegen bei 3m/s bis 4m/s.

Verwendet werden Scanneroptiken, die in unzähligen Anwendungen mit großer Zuverlässigkeit seit vielen Jahren bei Markiersystemen eingesetzt werden. Mittels einer von Held Systems speziell für diesen Zweck entwickelten Maschine werden die Scanner auf die für den Prozess benötigte Genauigkeit kalibriert.







Aus Gründen der Dämpfung und der thermischen Stabilität wird die Y-Brücke, auf der die Scanner verfahren werden mit Spezialbeton verfüllt.

Geschnitten wird das Gewebe auf einem Förderband, einem unter den Scannern umlaufenden Rostsystem. Dieses gewährt eine sehr ebene Auflage für den Stoff und besticht durch seine extrem hohe Haltbarkeit im Vergleich zu Mehrlagenanlagen. Beim CONTILAS beträgt sie 2 bis 4 Jahre im 3-Schichtbetrieb.



Bedingt durch den Schneidprozess, bei welchem ohne Gasunterstützung das einlagige Gewebe durch den heißen Laserspot sublimiert wird, fällt beim CONTILAS nur ein Bruchteil an Staub an verglichen mit dem Mehrlagenschneiden mit Gasunterstützung. Dadurch verlängert sich die Standzeit der Filterpatronen des Absaugsystems auf mehrere Jahre im 3-Schichtbetrieb.

Der Materialtransport, bestehend aus Abwickler, Bahnkantenregelung, linearen Tänzer und Vorzug ist ebenfalls eine komplette Eigenentwicklung von Held Systems und kann mit einem oder optional mehreren Abwicklern ausgestattet werden.

Für die Steuerung des CONTILAS sind 2 Systeme vorgesehen. Eine Sinumerik 840D kontrolliert den Achsverbund, welcher je nach Ausbaustufe aus bis zu 8 CNC-Achsen besteht. Auch die peripheren Geräte, wie Strahlquellen, Kühler, Absaugfilter, etc. sowie die Strahlschutzeinrichtungen werden in diese Steuerung eingebunden und geregelt.



Für die Ansteuerung der Scanner wird eine zweite Steuerung benötigt. Dabei handelt es sich um eine Eigenentwicklung von Held Systems auf Basis von Beckhoff-Komponenten. Die getrennte Ansteuerung der Scanneroptiken ist notwendig, da die Positions- und Laserleistungsmodulation im 50µs Takt geschieht.

Ein weiteres Schlüsselelement des CONTILAS ist das Programmiersystem, welches seit 2005 permanent weiterentwickelt wird. Dadurch wurde die Ausbringleistung der Anlage in den vergangenen Jahren immer weiter erhöht.

Contilas im Vergleich zum Mehrlagenschneidenn

  • Ca. 1/3 des Grundflächenbedarfs
  • Deutlich höhere Ausbringleistung (+20% bis +150%)
  • Weniger "Mechanik" daher sehr robustes System mit geringem Serviceaufwand
  • Wegfall der Trennfolie oder -pappe, dadurch auch kein manuelles Trennen der Zuschnitte erforderlich
  • Einfache Entnahme der Teile am Ende des Conveyors
  • Gleichmäßig hohe Schneidqualität und Konturgenauigkeit durch einlagiges Schneiden
  • Deutlich erhöhte Genauigkeit bei Kleinstkonturen (z.B. Perforationen)
  • Bessere Materialausnutzung durch "endloses Nesten"
  • Einfach zu bedienendes Programmiersystem
  • Verschiedene Ausbaustufen mit einem oder mehreren Scanner/Laser-Einheiten



Natürlich kann das Contilassystem auch zum Schneiden von Kunststoff, Papier, Pappe (Verpackungen), CFK und GFK und ander Composite eingesetzt werden.